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April, Juni und August 2008

 

Aufenthalt April 08:
Dieser Einsatz wurde von M. Salzer und T. Kelaridis abgehalten.

Dr. T. Kelaridis ist ein ausgezeichneter Spezialist für spastisch gelähmte Kinder. In Bosnien werden diese nur sehr unvollkommen behandelt. Die Information der Kollegen ist daher besonders wichtig. Weiters ist Dr. Kelaridis Rechnungsprüfer der Gesellschaft für medizinische Entwicklungszusammenarbeit (Austrian Doctors for Disabled). In dieser Funktion hat er vor Ort intensiv die Buchhaltung der Kooperationsorganisation Sumero geprüft.
Begonnen wurde die Mission mit den Untersuchungen von ungefähr 10 Kindern mit spastischen Lähmungen. Es wurden entsprechende Behandlungsvorschläge erstellt.
Mehrere Kontakte mit Ministern in der Föderation erfolgten durch Dr. Salzer. In Banja Luka, in der Republika Srpska, fand ein Treffen mit dem dortigen Vertreter des Gesundheitsministers statt. Der neue Sozialattachedes österreichischen Botschafters Herr Mag. Oliver Hiller begleitete M. Salzer. Nach der intensiven Diskussion in Banja Luka, bei der eine hohe Bereitschaft zur Erhebung der Schwerstbehinderten festgestellt wurde, erfolgte die Weiterfahrt nach Tuzla wo Kontakte mit der dortigen Universitätsklinik aufgenommen wurden. Spätabends erfolgte die Fahrt zurück nach Sarajevo, um am nächsten Tag wieder Politikerkontakte zu absolvieren.
Zusammenfassend konnte die Motivation der lokalen Institutionen zu einer Verbesserung der Situation der Schwerstbehinderten verstärkt werden. Dabei war die Unterstützung der österreichischen Botschaft sehr hilfreich.


gespräch
Besprechung beim Vize- präsidenten der Federation BIH, Minister Kebo
(von links H. Haveric, M.Salzer, Botschafter W. Almhofer, Minister Kebo)

Aufenthalt Juni 08:
Der diesmalige Aufenthalt umfasste die Intensivierung der politischen Kontakte und die Supervision der bisherigen Arbeit mit der lokalen NGO Sumero.
Neben Besuchen bei Politikern in Sarajevo erfolgte eine neuerliche Visite an der Universität von Tuzla. Dort nahm M. Salzer an einer Hüftgelenksoperation teil und konnte sich von der guten Arbeit der lokalen Ärzte überzeugen.
Nach einer ausführlichen Besprechung der lokalen Situation mit Ärzten und Vertretern des lokalen Rotarier-Clubs erfolgte die Fortsetzung der Reise nach Srebrenica. Dort soll mit einer Erhebung der Schwerstbehinderten begonnen werden. Die Situation in Srebrenica war depremierend. Die Stadt hat sich seit dem schrecklichen Massaker nicht erholt. Insofern ist die Unterstützung der lokalen Bevölkerung sehr wichtig.
Nach der Rückkehr nach Sarajevo wurde die Arbeit mit den Behinderten fortgesetzt und es erfolgten Kontakte zu den österreichischen Vertretern (Botschafter Almhofer, Ada-Vertreter Dr. Zimmer und Sponsoren wie Generaldirektor Müller von der lokalen Raiffeisenbank).
Die Unterstützung der österreichischen und der bosnischen Institutionen wird immer besser und das Projekt scheint in die Phase der Nachhaltigkeit einzutreten.


gespräch
Friedhof für die Opfer des Massakers in Srebrenica

Aufenthalt August 08:
Begonnen hat der diesmalige Einsatz mit einer Operation in der Orthopädischen Universitäts Klinik Tuzla.
Es handelte sich um ein vierzehnjähriges Mädchen mit angeborener Versteifung beider Ellebogengelenke. Es wurde eine Gelenksplastik durchgeführt mit einer Interposition eines Weichteillappens vom Oberschenkel. Der Erfolg dieser Operation war sehr gut (es erfolgte auch eine Mitteilung in der Universitätszeitung und in einer der größten Tageszeitungen Bosnien-Herzegowinas).
Anschließend folgten intensive Diskussionen mit der Gruppe der Rotarier aus Tuzla und Srebrenica über das weitere Vorgehen der Erfassung Schwerstbehinderter.
In Sarajewo wurden Gespräche mit dem Vizeminister für Soziale Angelegenheiten der Föderation und mit Ärzten des staatlichen Begutachtungsinstitutes durchgeführt. Dabei wurde vor allem die Ausarbeitung eines Fragebogens für die Erfassung der Schwerstbehinderten besprochen. Die Vorraussetzungen für einen Beginn dieser schwierigen Untersuchung sind gegeben.