Newsletter
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2. Newsletter, März 2007

Liebe Mitglieder, Liebe SpenderInnen und FreundInnen unserer Gesellschaft!
Wir freuen uns, Dich/Sie über unsere neuen Aktivitäten informieren zu können.

Diesmal richtet sich unser Newsletter auch an persönliche Freunde und Bekannte, die wir auch über die Idee des Ökosozialreportes informieren möchten.
Wir hoffen auf ein Interesse und wünschen uns kreative Vorschläge!

Martin Salzer und sein Team

DFD News
  • EZA-Stipendium:
    Bei der Vorstandsitzung der Österr. Gesellschaft für medizinische Entwicklungszusammenarbeit (Austrian Doctors for Disabled) am 12.2.07 haben wir bezüglich des EZA-Stipendiums folgendes beschlossen:
    Das Stipendium 2007 wird zu gleichen Teilen Frau Dr. S. Stelzig (Aufenthalt Ghana) und Frau Dr. K. Waschak (Aufenthalt Mali) zuerkannt.
    Diese Entscheidung wurde vom Vorstand der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie bestätigt. Sabine ist derzeit schon in Koforidua/Ghana und Karin wird nächste Woche nach Mali abreisen.
  • Neues vom Projekt in Koforidua (Ghana):
    Seit 3. März ist wieder ein Team von Orthopäden (Dr. Gerhard Mayer, Fr. Dr. Stelzig, Dr. Florian Frisee) im St. Josef Hospital in Koforidua.
    Sie werden dort orthopädisch traumatische Fälle chirurgisch behandeln. Für die chirurgische Tätigkeit haben uns die Firma Synthes, die Firma Johnson & Johnson und das orthopädische Spital Speising ausgestattet.

    Das Schulprojekt im BG 6 Rahlgasse konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Reingewinn von 543 € konnte erzielt werden. Schüler und Lehrer haben gemeinsam Operationskleidung mit Motiven aus Westafrika bedruckt und diese wurden am Elternsprechtag unter Präsentation unseres Projekts verkauft.

Zweiter Mali Einsatz in Mali vom 04.01.07 bis 22.01.07
Der zweite Malieinsatz vom 4.Jänner bis 22.Jänner 2007 beginnt mit einer Fact-finding-Mission nach Timbukto durch Martin Salzer und dem lokalen Koordinator, Herrn Gaoussou Traore.
Dr. Jerome Dakouo, Allgemeinchirurg und Direktor des regionalen Hospitals, sowie ein Orthopädietechniker und Physiotherapeut der Außenstelle der Prothesenwerkstatt im Spital, zeigen großes Interesse, die Klumpfussbehandlung in Timbukto einzuführen. Herr Coulibely, Direktor des Sozialdepartments, steht mit voller Unterstützung dahinter. Mit den erwähnten Personen wird bezüglich der weiteren Zusammenarbeit und Unterstützung bedürftiger Patienten eine Vereinbarung ausgearbeitet und unterzeichnet.

gipskontrolle muetter

Drei Kinder werden einer Gipsbehandlung nach der Ponseti-Methode unterzogen und bei einem zwölfjährigen Buben wird eine beidseitige Klumpfussoperation durchgeführt.
Am 13.01.07 treffen Christof Radler, Matthias und Anita Kux in Bamako ein. Am nächsten Tag kommt Martin Salzer dazu und die Arbeit beginnt.
Die Oktobergruppe der auszubildenden einheimischen Ärzte versammeln alle „ihre Kinder“ zur Kontrolle.

Das Ergebnis der gemeinsamen Untersuchung: Bei 5 Kindern ist eine volle Korrektur der Klumpfuss-Position erreicht, bei 10 Kindern läuft die Gipsbehandlung unter Supervision der Österreicher weiter, bei 14 Kindern muss nach einer Tenotomie (Durchtrennung einer Sehne u. a. mit dem Ziel der Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit) wieder gegipst werden. Mögliche Ursache: die Tenotomie wurde zu früh gemacht oder der Gips nach der Tenotomie war nicht optimal.

Weiterer Verlauf: Mehrmalige Kontrolle dieser Patienten im Laufe der Woche. Durch den nachträglich angelegten Gips wird bei den meisten Kindern eine ausreichende Korrektur erreicht und die Schienenbehandlung wird fortgesetzt bzw. eingeleitet.

Neue Behandlungen: 5 Tenotomien – (3 Füße zum ersten Mal, 2 Füße zum zweiten Mal)
10 neue Kinder kommen zur Erstbehandlung nach der Ponseti-Methode, 2 Kinder werden für eine Operation im März vorgemerkt.

Neues in der Zusammenarbeit: Dr. Fane, ein lokaler Mediziner, der intensiver mit uns zusammen arbeiten wird,  wird als Kontaktarzt eingeschult. Von den 14 Auszubildenden der Oktobergruppe  werden 9  besonders intensiv weitergeschult (diejenigen, die die meisten Kinder behandelt hatten). Es wird noch einmal auf die Exaktheit des Gipsens und auf die Genauigkeit der Dokumentation nach Pirani geachtet. Parallel findet die Einschulung 17 neuer Auszubildender aus verschiedenen Teilen Malis statt. Wie die Oktobergruppe ist auch diese Jännergruppe sehr engagiert, wird von der Oktobergruppe bestens integriert und nimmt sehr bald an der laufenden Arbeit teil. Mit einem Zeugnis und einer symbolischen Gipspackung als Geschenk werden die neuen Mitarbeiter in ihre Spitäler entlassen. Im Lauf der Woche wird mit dem Vertreter von „HANDICAP INTERNATIONAL“ für Mali, Kontakt aufgenommen und eine Zusammenarbeit vereinbart. Es ist geplant, mit der Sozialarbeiterin des „Centre National D`Appareillage Orthopedique du Mali“ (kurz : CNAOM) und mit DfD eine Vereinbarung auszuarbeiten. Mit dem Direktor des nahe gelegenen Bezirkskrankenhauses wird beschlossen, dort in Zukunft operative Eingriffe vorzunehmen. Im CNAOM soll ein Raum eingerichtet werden, in dem die operierten Kinder stationär untergebracht werden.

eroffnung
  • In Gegenwart zweier Minister und des Fernsehens findet die feierliche Eröffnung des zweiten Klumpfuss-Kurses und gleichzeitig die Eröffnung des von Handicap International finanzierten Erweiterungsbaues des CNAOM statt.

    Der nächste Mali-Einsatz ist für Ende März 2007 geplant. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Bericht über die letzten Aktivitäten in Bosnien-Herzegowina
Im Jahr 2006 wurde in der Federation Bosnien-Herzegowina (FBiH Landesteil mit vorwiegend kroatischer und moslemischer Bevölkerung) begonnen, ein einheitliches Gesetz einzuführen, das Schwerstbehinderten einen Behindertenzuschuss von monatlich 150 € zukommen zulassen. Dadurch ist ein Ziel unseres Projektes erfüllt! Unsere Aktivitäten trugen zu dieser erfreulichen Entwicklung bei! Leider bekommen im anderen Landesteil, der sog. Republika Srpska (RS, mit vorwiegend serbischen Einwohnern), Schwerstbehinderte nach wie vor nur 21 € monatlich!! Die Beseitigung dieser unmenschlichen Ungerechtigkeit ist jetzt unser Hauptanliegen. Während des letzten Bosnienaufenthaltes (18.2 bis 23.2)hatten wir Gelegenheit mit den höchsten Repräsentanten des Staates (Staatspräsident b z w Premierminister der RS) zu diskutieren. Beide haben uns zugesagt, diese ungerechte Situation baldmöglichst zu verbessern. Unsere Unterstützung kommt zwischenzeitlich den Schwerstbehinderten in der RS zugute.

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M. Salzer und Repräsentanten in Bosnien-Herzegowina

 

 

Veranstaltungen

1) "Medizin gegen Armut" im Rahmen der Jahrestagung der AKME
29. und 30. März 2007, 9:00 - 16:00 Uhr
Kardinal König Haus, Lainzerstraße 138, 1130 Wien
www.aekwien.at
Referenten aus D, Ö und der Schweiz. DfD wird mit einem Informationsstand vertreten sein.


2) Angewandte Entwicklungszusammenarbeit in Afrika
Anschlussveranstaltung zu "Medizin gegen Armut“
Montag, 7. Mai 2007, 19.00 – 21.00 Uhr
Ärztekammer für Wien, Unterteilung, Großer Sitzungssaal, Weihburggasse 10-12, 1010 Wien
Anmeldung: Tel. 01/51501-1404, e-mail: rozsenich@aekwien.at
Beiträge von DfD: Mathias Kux, Christof Radler, Martin Salzer, Heide Wrabetz und Christian Wurnig
Das Detailprogramm wird in der Österr. Ärztezeitung (Ausgabe April 2007) veröffentlicht.


3) Südwind-Straßenfest
Samstag, 2. Juni 2007, 14:00 - 22:00
Unicampus, 1. Hof, Altes AKH, 1090 Wien
DfD wird mit einem Stand vertreten sein.


4) Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie (ÖGC)
15. - 16. Juni 2007, Hofburg Wien
Veranstaltungsblock: Orthopädische Entwicklungszusammenarbeit
Vorträge von DfD-Mitarbeitern: M. Ettenauer, H. Oppel, M. Kux, Ch. Radler, M. Salzer und
Ch. Wurnig

 

WEITERE INFORMATIONEN

Zusammenfassung der letzten AGEZ-Aussendungen:
·  1. Weltsozialforum in Nairobi: Schub für afrikanische Zivilgesellschaft
Auszug:
Es war ein großer Erfolg, das erste Weltsozialforum in Afrika vom 20.- 25. Januar – jedenfalls für die afrikanischen Zivilgesellschaften, weniger für die Organisatoren. Auch wenn die Großveranstaltung durch zahlreiche organisatorische Pannen beeinträchtigt wurde, gelang es afrikanischen NGOs und sozialen Bewegungen, ihre Themen, Einsichten und Positionen mit großem Selbstbewusstsein in die weltweite Debatte der Globalisierungskritiker einzubringen.
·  2. Leitlinien - Armutslinderung
Leitlinien der Österreichischen Entwicklungs- und Ostzusammenarbeit
Entwurf,  Version Februar 2007
Impressum: www.aussenministerium.at/oeza
Auszug:
850 Millionen Menschen leiden an Hunger. Drei Milliarden müssen von weniger als 2 US$ pro Tag ihr Auskommen finden.Verdopplung der Armen während der 1980er und 1990er Jahre.

Absolute Armut:

 

Afrika südlich der Sahara

164 Millionen (41,6%)

313 Millionen (46,4%)

Armutsminderung ist das zentrale Anliegen und die umfassende Herausforderung der OEZA:

  • Positive Diskriminierung benachteiligter Bevölkerungsgruppen (wie z.B. Menschen mit Behinderungen)
  • Soziale Absicherung vor allem für Personen, die sich in einem andauernden Zustand der Verletzbarkeit und Unsicherheit ( vulnerability and uncertainty) befinden.
  • Bereitstellung sozialer Dienstleistungen

Vorgaben der österreichischen Politik:

  • Die besonderen Bedürfnisse von Kindern und von Menschen mit Behinderung sind zu berücksichtigen
  • Vorrang wird jenen fachlichen Bereichen (Sektoren) eingeräumt, in welchen Maßnahmen mit unmittelbarer Auswirkung für Arme möglich sind.
  • Eine bevorzugte Förderung genießen vor allem besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen und zwar insbesondere Frauen und Kinder.


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