4. Newsletter, Juli 2007
Liebe Freundinnen und Freunde!
Wir freuen uns sehr über das große Interesse an der Arbeit und den konkreten Projekten von DfD. Sowohl beim „Afrika-Abend (Medizin gegen Armut)“ Anfang Mai in der Wiener Ärztekammer als auch bei unserer Veranstaltung im Rahmen des Orthopädiekongresses in der Wiener Hofburg am 14. Juni wurde das Thema „medizinische Entwicklungs-zusammenarbeit“, die Grenzen und Möglichkeiten sinnvoller Hilfe anhand aktueller Projektberichte praktisch, theoretisch und kritisch diskutiert. Dieser Erfahrungsaustausch und die Stellungnahmen von kompetenten und betroffenen Personen sind für unsere Arbeit sehr wichtig. Wir bedanken uns auf diesem Weg bei allen, die durch ihre Beiträge DfD finanziell und/oder ideell unterstützen.
Einen erholsamen Sommer wünschen
Martin Salzer, Christian Wurnig, Hartmut Graf, Hans Oppel, Christof Radler, Gertraud Walcher und Mia Parmas
- Die im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie in der Wiener Hofburg am 14. 6. 2007 abgehaltene Veranstaltung von Austrian Doctors for Disabled „Orthopädische Entwicklungszusammenarbeit“ lief sehr zufrieden stellend. Trotz der frühen Stunde (wir starteten bereits um 8.30 Uhr) fanden sich genügend InteressentInnen, sodass die gemütliche Trabantenstube,die uns zur Verfügung gestellt wurde, gut bestückt war.
Kongresspräsident Prof. P. Ritschl eröffnete unsere Veranstaltung. Er erwähnte sehr positiv den Stellenwert unserer Arbeit und wies darauf hin, dass er erstmals diese Thematik in einen Jahreskongress der ÖGO aufgenommen hat.
Die Bosnische Botschafterin, Frau Dr. Daria Krsticevic sprach über die produktive Unterstützung, die von DfD in Bosnien-Herzegowina im letzten Jahr geleistet wurde.
Prof. Dr. Heinz Stemberger, Honorarkonsul der Republik Mali, hatte sehr ermutigende Worte für unsere Arbeit. Von den ReferentInnen wurden schließlich die Themen:
- Orthopädische Entwicklungszusammenarbeit (M. Salzer)
- Klumpfußbehandlung in Mali (C. Radler)
- Chirurgie in Ghana (C. Wurnig)
- Unsere Projekte in Bosnien-Herzegowina (H. Haveric),
- Neuroorthopädische EZA (W. Strobl) und
- Das EZA-Stipendium der Österreichischen Gesellschaft f. Orthopädie vorgestellt von Generalsekretär der ÖGO J. Hochreiter (mit Kurzberichten S. Stelzig, K. Waschak), vorgetragen.
Die Referenten M. Ettenauer u. P. Griss waren leider verhindert.
Durch die disziplinierten Redner und der strengen Zeitnehmung der Vorsitzenden (M. Salzer und C. Wurnig) konnte der Zeitrahmen gehalten werden.
Das Feedback des Auditoriums war durchwegs positiv und für unsere Weiterarbeit bestärkend.
- Die ordentliche Generalversammlung von Austrian Doctors for Disabled fand nach der offiziellen Kongresseröffnung um 13.30 Uhr im kleinen Rahmen statt. An der Tagesordnung standen:
1. Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit
2. Annahme der Tagesordnung
3. Genehmigung des Protokolls der 2. Generalversammlung vom 21. Juni 06
4. Jahresbericht des Präsidenten
5. Jahresbericht des Kassiers, Bestätigung des Rechnungsprüfers, Entlastung des Kassiers
6. Wahl des Vorstandes
7. Bericht der Projektleiter
8. Allfälliges
Einige Punkte werden kurz erwähnt:
Hartmut Graf wird als neuer Kassier vorgestellt.
Tryphon Kelaridis bestätigt als Rechnungsprüfer, dass der Bereich Finanz ordnungsgemäß durchgeführt wurde und daher wurde der Kassier einstimmig entlastet.
Über die laufenden Projekte, die momentan von DfD betreut werden wird berichtet.
(Entnehmen Sie genauere Information dem Jahresbericht im Anhang)
1) PATENSCHAFTEN FÜR SCHWERSTBEHINDERE IN BOSNIEN-HERZEGOWINA
Was bisher geschah:
In Zusammenarbeit mit der bosnischen Nichtregierungsorganisation Union SUMERO setzte sich Austrian Doctors for Disabled bei den öffentlichen Stellen in Bosnien-Herzegowina für die Einführung von Pflegegeld für Schwerstbehinderte ein. (Ausführliches zu dieser Thematik ist dem Jahresbericht im Anhang zu entnehmen)
Es ist gelungen:
Ein neues Gesetz garantiert jedem Schwerstbehinderten in der Föderation Bosnien-Herzegowina (der Landesteil mit vorwiegend bosniakischer und kroatischer Bevölkerung) eine monatliche Unterstützung von ca. 150 €.
Eines unserer größten Ziele ist somit erreicht: Die finanzielle Grundversorgung behinderter Menschen wird nun durch die lokalen Behörden garantiert.
Wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen haben Paten, die individuelle Behinderte mit einem fixen monatlichen Betrag seit ca. 18 Monaten unterstützen und so eine Vorbildfunktion leisteten. An dieser Stelle möchten wir uns im Namen der Schützlinge ganz herzlich bedanken!
In der Republika Srpska (dem Landesteil mit vorwiegend serbischer Bevölkerung) müssen Schwerstbehinderte zur Zeit noch mit monatlich 20 € staatlicher Zuwendung ihr Auslangen finden. Das nächste Ziel von „ Doctors for Disabled“ ist es, in der Republika Srpska ein ähnliches Gesetz und entsprechende staatliche Unterstützung wie in der Föderation zu erreichen.
Wir haben daher als ersten Schritt 30 Schwerstbehinderte in unser Programm aufgenommen, für die wir nach dem erfolgreichen Modell in der bosnischen Föderation Paten suchen.
Das Ziel ist, auch die Schwerstbehinderten in der Republika Srpska mit 150 € monatlich zu versorgen. Eine Patenschaft zu übernehmen bedeutet nicht, sich auf den gesamten monatlichen Betrag verpflichten zu müssen! Selbstverständlich ist die Summe frei wählbar, Doctors for Disabled würde den Patenschaftsbeitrag auf den Betrag von 150 € aufstocken.
Wenn Sie gerne eine solche Unterstützung übernehmen möchten, wenden Sie sich bitte per E-mail mit dem Betreff: „Patenschaft“ an uns, damit wir Ihnen genauere Informationen zukommen lassen können. Paten erhalten regelmäßige Berichte über ihren Schützling. Wenn Sie jemanden kennen, der sich für eine Patenschaft eignen würde, helfen Sie auch, indem Sie diese Information weitergeben.
2) EZA-STIPENDIUM 2008
Zum zweiten Mal vergibt die ÖGO gemeinsam mit der österreichischen Gesellschaft für medizinische Entwicklungszusammenarbeit im Jahr 2008 das Dritte Weltstipendium in der Höhe von EUR 2.000,00. Die Stipendiaten sollen im Rahmen eines 2wöchigen Aufenthalts die Möglichkeit zur Teilnahme an einem Hilfsprojekt bekommen. Teilnahmeberechtigt ist jedes Mitglied der Gesellschaft. Das Stipendium wird an 2 Stipendiaten vergeben, die jeweils 1000 € erhalten. Es wird darauf hingewiesen, dass dieses Stipendium nicht die kompletten Reisekosten abdeckt und eine finanzielle Eigenleistung erforderlich ist. Bei Interesse können die entsprechenden Richtlinien im ÖGO Sekretariat, bei Fr. Konstantinou Tel: 01/4051383/21DW oder unter sk@medacad.org angefordert werden.
gez.: Prof. Dr. Christian Wurnig, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Orthopädie, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für medizinische Entwicklungszusammenarbeit
3) BENEFIZABEND FÜR DAS PROJEKT „SURGERY FOR GHANA“
25. Juni 2007

Projektleiter Christian Wurnig
Am 25 Juni wurde zugunsten des Projekts „Surgery for Ghana“ zu einem Benefizabend geladen. Gastgeber war die Firma Bständig, Orthopädietechnik, die sich für einen afrikanischen Abend am Dachgeschoß ihres Hauses gerüstet hatte. Es sollte aber nicht nur unser medizinisches Projekt in Ghana, Afrika weiter bekannt gemacht werden, sondern auch die Meinungen und Stellungnahmen anderer afrikanischer - insbesondere ghanaischer Freunde, waren und sind uns wichtig. Unser Projekt versteht sich als ein Miteinander und wir sind auch bereit von den Erfahrungen anderer zu lernen. So baten wir DI Joe Taylor, Leiter des Ghana Minstrel Choir über die Projekthilfe aus der Sicht eines Afrikaners zu sprechen und Gastredner Univ.Prof. DDr Werner Zips (Institut für Kultur-und Sozialanthropologie, Universität Wien) war bereit mit ein paar Worten und einem unglaublich guten Filmausschnitt seine Sicht der Entwicklungsarbeit darzulegen.
Um das Lebensgefühl von Afrika uns näher zu bringen eignet sich nichts so sehr wie der Rhythmus von Musik und Trommeln. Das ist dem Ghana Minstrel Choir, ein Chor, der aus über 30 hier in Wien lebenden Ghaner/innen besteht, mit ihren afrikanischen Liedern bestens gelungen. Eine zweite, ebenfalls bemerkenswerte afrikanische Musikgruppe sorgte für heiße Rhythmen - die „African Beat“, eine Gruppe von 7 afrikanischen Asylanten, die sich im Karawanhaus der Caritas zu einer Trommlergruppe zusammengefunden haben. Vertreten war auch die Polizeigruppe „fair und sensibel“ mit Leiter Oslt Josef Böck – somit konnte Afrika, Medizinische Entwicklungshilfe, Polizei und Bier (teils in dankenswerter Weise vom afrikanischen Restaurant Keke´s Bar gesponsert) friedlich unter ein Dach gebracht werden. Für die Moderation wurde Elke Winkens gewonnen, die charmant und souverän durch den Abend führte. Nachdem viel Musik, Tanz und Theorie durstig und hungrig macht, eröffnete Eva Maria Marold das – wie nicht anders zu erwarten – afrikanische Buffet. Warme und kalte Spezialitäten, teils aus Nigeria und teils aus Mali, verlockten zum Kosten und Kennenlernen.
Wir freuen uns sehr, dass es immer wieder Anfragen von Leuten gibt, die neben finanzieller Unterstützung auch gerne aktiv mitarbeiten wollen. Meist ist es der Wunsch, vor Ort in Afrika helfen zu können. In unserem Programm bietet sich zur Zeit keine solche Möglichkeit. Sehr wohl könnten wir jedoch freiwillige Helfer für weniger attraktive Arbeiten, die den Grundstock für Entwicklungszusammenarbeit bilden, brauchen. Bei Interesse schicken Sie bitte ein mail an: office@doctorsfordisabled.at
Wir informieren Sie dann gerne über aktuelle Möglichkeiten
Falls Sie keine weiteren Zusendungen wünschen, schicken Sie uns bitte ein E-Mail mit dem Betreff "NEIN DANKE" an: office@doctorsfordisabled.at
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