Projekt Akuthilfe für Schwerstbehinderte

Akuthilfe für Schwerstbehinderte in Armut in Mostar, 2000 – 2003

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Die Ausgangssituation

50% der Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina lebt unter oder nur knapp über der Armutsgrenze. Menschen, die von Geburt an, durch Kriegseinwirkung oder Unfall schwer körperbehindert sind, erhalten keine ausreichende staatliche Unterstützung und sind auf fremde Hilfe, meistens durch die Familie, angewiesen.

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So konnten wir helfen

Unser Projekt in Mostar hatte die Existenzsicherung und Rehabilitation von Schwerstbehinderten in Armut zum Ziel. Dazu zählte eine Erfassung von Schwerstbehinderten, die Ermittlung eines monatlichen Betrages, der für ein Überleben als Minimum angenommen werden kann, die direkte finanzielle Unterstützung der behinderten Menschen, aber auch die Einrichtung eines „mobilen Services“ zur Betreuung der Behinderten und wo möglich die Ausstattung mit Rollstühlen und Computern, um den Behinderten Kontakt mit der Außenwelt zu ermöglichen können.

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Details zum Projekt

Wir versuchten zu Helfen
Durch die schrecklichen Kämpfe zwischen den drei Ethnien (Serben, Kroaten, Bosniaken) wurde die herrliche Stadt Mostar, die Hauptstadt der Herzegowina, zu einem großen Teil zerstört. Unendliches Leid war die Folge.

Projektplanung
Über Bitte des Bürgermeisteramtes der Stadt Mostar entschlossen wir uns im Jahre 2000 ein Projekt der Betreuung Schwerstbehinderter zu planen.
Von der Administration Mostar wurden 29 Patienten, die in der City Mostar wohnhaft sind, in das Projekt aufgenommen (siehe Tabelle 1).

Unsere Aktivitäten in Mostar beinhalten folgende Betreuungsstufen:
Die 29 Klienten gehörten allen drei Ethnien an und wohnten sowohl im Ostteil (bosniakisch -dominiert) als auch im Westteil (kroatisch - dominiert) der Stadt.
Durch die mit uns kooperierende NGO „Altruist“ wurden alle Patienten in ihren Häusern aufgesucht. Durch die Mitwirkung einer mobilen Krankenschwester und einer Sozialarbeiterin wurde der ökonomische und medizinische Status der Patienten erfasst und dokumentiert. Die erhobene Dokumentation wurde im Verlauf der zwei folgenden Jahre durch monatliche Berichte vervollständigt.
Die regelmäßige Betreuung der Patienten wurde mit Jänner 2001 begonnen und Dezember 2003 abgeschlossen (siehe Tabelle 2).

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A) Existenzsicherung:
Unsere primäre Aufgabe bestand in der Existenzsicherung, da bei 9 Personen die extrem niedrigen Zuwendungen der Gesellschaft Existenz gefährdend waren. Von unserer Organisation wurden daher an diese Menschen monatlich je EUR 25,– bar ausbezahlt. (survival money)

B) Mobiles Service:
Eine weitere wichtige Aufgabe bestand in der Einrichtung eines mobilen Services.
Bei bedürftigen Klienten erfolgten regelmäßige Besuche einer Sozialarbeiterin, einer mobilen Krankenschwester und Heimhilfe. Weiters haben wir einen VW-Bus mit Fahrer zur Verfügung gestellt, den unsere Patienten für wichtige Wege wie z.B. Arztbesuche beantragen konnten.

C) Humane Betreuung/Weiterbildung:
Es wurden Computer gekauft und verteilt (Tab.2). Durch Internetanschlüsse konnten die Schwerstbehinderten mit der Außenwelt kommunizieren, sich weiterbilden und hatten dadurch auch eine Beschäftigungstherapie. Durch den Kauf und der Versorgung mit Rollstühlen (Tab.2) konnte die Mehrheit der Patienten mobilisiert werden, so dass sie erstmals ihre Häuser verlassen konnten um dringende persönliche Angelegenheiten selbstständig erledigen zu können und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen (dazu wurde fallweise auch das oben erwähnte Fahrzeug eingesetzt).

Um den Aufwand für einen Schwerstbehinderten zu eruieren, den die Gemeinschaft erbringen soll, ist es weniger wichtig unsere Projektkosten zu wissen, als die durchschnittlichen Gesamtkosten, die für einen Behinderten pro Monat bzw pro Jahr aufgebracht werden müssen.

 

 

 

 

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Durchschnittliche Kosten pro Patien und Monat:
Materialkosten: EUR 51,37
Personalkosten: EUR 22,75
Gesamtausgaben: EUR 74,12

Durchschnittliche Kosten pro Patien und Jahr:
Materialkosten EUR 616,44
Personalkosten EUR 273,00
Gesamtausgaben EUR 889,44

 

Resümee:
Das Modellprojekt Mostar konnte zeigen, dass mit relativ geringen Mitteln eine menschenwürdige Existenz schwerstbehinderter Menschen gesichert werden kann.

Nachdem nun das Armutsbekämpfungsprogramm (Poverty Reduction Strategy Paper PRSP) der Weltbank in Bosnien-Herzegowina von der Regierung angenommen wurde, besteht große Hoffnung, dass unser Modellprojekt von den Behörden übernommen und auf alle schwerstbehinderten Menschen dieser Region ausgedehnt wird.

Ilse und Trifon Kelaridis projectmanager
Hartmut Graf finance officer
Gerd Wochein project controlling
Martin Salzer chairman

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