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Reisebericht 10.11.-20.11.2007

 

Teilnehmer:
Dr. Martin Salzer
Dr. Joachim Gubba
Mamadou Kone

Der fünfte Aufenthalt von DfD in Mali, kann rückblickend als ausgesprochen erfolgreich beurteilt werden – sowohl was den Dialog mit den lokalen Behörden anlangt als auch was die medizinischen Behandlungen betrifft.

Ziel dieses Aufenthalts war es, die Behandlungsergebnisse bei möglichst vielen Kindern zu kontrollieren. Außerdem waren Kontakte mit den malischen Behörden am Programm, um die Frage der Restrukturierung des CNAOM (Centre National d’Appareillage Orthopédique du Mali) und die Beteiligung der malischen Regierung am Klumpfußprojekt zu erörtern.

Insgesamt wurden diesmal 62 Kinder in Bamako  und 26 in Sikassou untersucht und behandelt und 2 Operationen (1 in Bamako, 1 in Sikasso) durchgeführt, sowie 8 subcutane Tenotomien der Archillessehnen supervidiert.

 

 

 

Treffen mit Politikern und VertreterInnen von Institutionen

  1. Treffen mit Hrn. Konaté, Obmann der FEHMA (Dachverband der malischen Behinderungsorganisationen):
    Höflichkeitsbesuch vor dem Treffen mit dem Sozialminister.
    Dieser sagt zu, DfD zur Audienz mit dem Minister zu begleiten und dabei den Vorschlag der Restrukturierung des CNAOM zu unterstützen.
    Er bestätigt, das Klumpfußprojekt in die Jahresplanung 2008 des RBC-Programms integriert zu haben .
    Er schlägt vor, 2 junge Ärzte (AllgemeinchirurgInnen mit Interesse an einer entsprechenden Zusatzausbildung) zu einer Spezialausbildung nach Dakar zu schicken, um die neuen Anforderungen im CNAOM erfüllen zu können. Dafür müsste ein Stipendium zur Verfügung gestellt und eine Aufnahme in den öffentlichen Dienst in Aussicht gestellt werden.
    Um eine Restrukturierung des CNAOM zügig voranzutreiben, wurde auch die Frage einer neuen Leitung des Zentrums angesprochen (derzeit ohne Leitung, da der ehem. Direktor verstorben ist). Sowohl die Nachfolge des Direktors als auch der Vorschlag bezüglich der Zusatzausbildung sollten so rasch als möglich realisiert werden.

  2. Treffen mit Hrn. Alassane Bocoum, Nationaldirektor für soziale Entwicklung:
    Von Seiten DfD wird die Notwendigkeit, aus dem CNAOM ein Referenzzentrum für die Behandlung von Klumpfüßen in Mali zu machen unterstrichen. 
    Um in Österreich Förderungen für das Klumpfußprojekt von staatlichen Stellen erhalten zu können, verweist Dr. Salzer auf die Notwendigkeit eines offiziellen Schreibens, das das Interesse von malischer Seite dokumentiert und aus dem hervor geht, dass auch malische Institutionen sich sowohl finanziell als auch personell dabei beteiligen werden.
    Hr. Alassane Bocoum bestätigt Dr. Salzers Ausführungen hinsichtlich der Restrukturierung des CNAOM und informiert darüber, dass das Klumpfußprojekt über das RBC-Programm bereits in das Regierungsprogramm von 2008 eingebettet ist. Darüber hinaus ist ein Regionalplan in Ausarbeitung, der speziell auf das Klumpfußproblem hinweisen und die Aktivitäten des RBC in diesem Zusammenhang besonders betonen soll. Dieser Plan soll schon bald fertig gestellt werden.
    Ein zweiter Besuch in der Nationaldirektion für soziale Entwicklung galt Fr. Coulibaly, der Koordinatorin des RBC-Programms (Community Based Rehabilitation), die bestätigte das das Klumpfußprojekt in das R.B.C Programm integriert wurde.

  3. Treffen mit Hrn. Oumar Ibrahim Touré, Gesundheitsminister:
    Kurze Präsentation des Projekts.
    Der Minister findet das Projekt spannend und bedeutsam für eine so verletzliche Bevölkerungsschicht, wie die Kinder mit angeborenem Klumpfuß es sind.
    Vorschläge, die die Bedürfnisse des Projekts vor Ort betreffen – es handelt sich dabei um die Fortbildung der behandelnden Ärzte, sowie um die Verbesserung der Infrastruktur und der medizinischen Ausstattung im Operationssaal des Hôpital de Réference de la  Commune V –, sollten der Abteilung für eine genaue Überprüfung weitergeleitet werden.

  4. Treffen mit Hrn. Sekou Diakité, Minister für soziale Entwicklung, Solidarität und ältere Personen:
    Die Audienz beim Sozialminister war abermals eine Gelegenheit, über den Wunsch zu sprechen, dass das CNAOM in naher Zukunft zu einem Referenzzentrum für die Behandlung von Klumpfüßen in Mali wird, sowie über gewisse Anforderungen wie etwa die Ausbildung von spezialisierten Ärzten und in diesem Zusammenhang auch die Planung von Ausbildungsprogrammen in den verschiedenen Regionen des Landes.
    Ein Protokoll der Besprechung, unterzeichnet vom Minister, wurde in Aussicht gestellt, das Dr. Salzer im österreichischen Außenministerium als Zeichen des Engagements der malischen Regierung verwenden kann.

  5. Die beiden Treffen mit den Ministern wurden durch Herrn  Boubacar Baba Diarra, Kabinettschef des Innenministers, organisiert. Dafür sind wir ihm zu besonderem Dank verpflichtet.

  6. Treffen mit Prof. Touré, dem Direktor des Spitals Gabriel Touré (Dr. Salzer + Gaoussou Traoré):
    Es besteht die Möglichkeit  Operationen in einem entsprechend ausgestatteten Operationssaal durchzuführen.
    Hr. Touré steht einer Zusammenarbeit sehr aufgeschlossen gegenüber.

  7. Treffen mit Fr. Rebecca Lang, der Koordinatorin von HI
    (Handicap International) in Mali:
    Mit dieser Organisation ist eine intensive Kommunikation wünschenswert, um die künftige Zusammenarbeit zu fördern und Verstimmungen



 

 

Zusammenfassung:

  1. Die malischen Behörden haben ihr Interesse an diesem Projekt bekundet und sind bereit es im Rahmen eines Aktionsplans der Nationaldirektion für soziale Entwicklung und durch ein Ministerratsdekret zu unterstützen. Ab 2008 soll das Klumpfußprojekt in das Programm RBC (Réadaptation à Base Communitaire) eingebettet werden.
  2. Das malische Budget für 2008 wird erst im Dezember definitiv erstellt , daher ist mit einer schriftlichen Zusage erst Anfang 2008 zu rechnen.

  3. Der Direktor des CNAOM soll angeblich bald bestellt werden. Die Neustrukturierung soll danach beschlossen werden

  4. Bezüglich der Operationsmöglichkeiten müssen weitere Besprechungen erfolgen

  5. Die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum CNAOM und den Behandlungsstellen in den neun Regionen ist von organisatorischer und finanzieller Seite noch nicht geregelt.

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