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In der ersten Woche wurden von unserer Arbeitsgruppe 4 Personen an der orthopädischen Klinik operativ versorgt. Im CNAOM arbeiteten wir
parallel ohne die Unterstützung der dafür vorgesehenen lokalen Mitarbeiter (Formateure), da sich diese kurzfristig komplett auf einer
Fortbildung im gleichen Hause befunden haben.
Aufgrund der noch mangelhaften Strukturen und aufgrund des fehlenden Nachschubs an Watte und Gips erfolgte der Entschluss zur Abreise
von Martin Salzer am 04.07.08 zum Zeichen der großen Unzufriedenheit unserer gesamten Gruppe.
In der zweiten Woche standen nach unserer Ankunft im CNAOM weiterhin keine Formateure zur Verfügung, obwohl die Fortbildungsveranstaltung
beendet war. Es gab eine Krisensitzung der Leitung des CNAOM mit den verbliebenen Arbeitsmitgliedern (Mamadou Kone - Joachim Gubba - Anja
Helmers) und wir kamen zu dem Entschluss, dass auch wir sofort abreisen würden, wenn nicht unverzüglich eine Entscheidung über das weitere
Procedere der folgenden Woche seitens des Direktoriums gefällt werden würde.
Das Direktorium hat daraufhin sofort eine entsprechenden Dienstanweisung an die zuständigen Formateure erlassen und diese sowohl mündlich
als auch schriftlich an alle betroffenen Personen weitergeleitet. Ab diesem Zeitpunkt haben täglich zwei Formateure im Wechsel zur Verfügung
gestanden.
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Eindruck:
Dr. Kire, der ärztliche Leiter Leiter des CNAOM, hat sich als sehr beständig erwiesen. An unserer Supervision war er sehr interessiert und
hat alle unserer Verbesserungsvorschläge angenommen und hervorragend umgesetzt.
Bei vielen behandelten Füßen hat sich nach unserer Meinung ein systematischer Fehler eingeschlichen, was die Korrektur des Spitzfusses und
der Rückfussstellung betraf. Daraufhin wurde von uns bei der Supervision noch einmal viel Wert auf die Durchführung der Tenotomien und der
anschließenden Gipsanlage gelegt. Wir haben jede Tenotomie supervidiert. Nach unserer Meinung waren viele Tenotomien unvollständig und die
Dorsalextension nicht intensiv genug gegipst. Diese Fehler konnten besprochen und behoben werden.
Am 11.07.2008 wurden zwei operierte Kinder in Narkose und eines ohne Sedierung umgegipst. Die Füße zeigten ein gutes Korrekturergebnis und
die Wunden waren vollkommen reizlos. Eine Infektion gab es nicht.
Eine Patientin mit operierter massiver Kniefehlstellung konnte am 09.07.2008 aus der Uni-Klinik ins CNAOM übernommen werden. Noch am
gleichen Tag wurden die Schienen umgearbeitet und damit konnte die Möglichkeit der Streckfähigkeit vergrößert werden. Physiotherapie wurde
für 1x täglich angeordnet.
Am 11.07.2008 wurde in einer Abschlussbesprechung mit allen beteiligten Behandlern und Organisatoren folgendes beschlossen:
- Dr. Kire ist ärztlicher Leiter des Projektes im CNAOM.
- Mme. Sidebe ist organisatorische Leiterin des Projektes im CNAOM.
- Die Direktion wird sich vor Ort um eine Haftpflichtversicherung der Ärzte und Mitglieder des DfD kümmern.
- Material soll ab sofort über einen vor Ort erreichbaren Händler bestellt und bezogen werden, Leder ist bestellt.
Nachträglich muss gesagt werden, dass viele Massnahmen von unserer Seite mehrfach immer wieder angesprochen werden mussten, damit sie auch
tatsächlich in die Tat umgesetzt wurden (Material, Narkosen für den Freitag, Verfügungstellung des Rehazimmers). Insgesamt hat alles
ungefähr eine Vorlaufzeit von mindestens 2-3 Tagen.
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Zusammenfassende Eindrücke von Martin Salzer:
Bei der Ankunft in Mali mussten wir feststellen, dass die im Mai 2008 getroffenen Abmachungen über die Struktur des Klumpfußprojektes in
keiner Weise eingehalten wurden.
Mrs. Side (eine sehr kompetente Sozialarbeiterin, die allerdings keine Erfahrung mit der Behandlung von Klumpfüssen hat) wurde zur
Direktorin des „Cellule Pied Bot“ im CNAOM. Nur ein einziger der vier ausgebildeten Fachkräfte bleibt in dieser Abteilung.
Es haben konstruktive Diskussionen mit Mrs. Sibe und der Generaldirektorin stattgefunden. Die Struktur des „Cellule Pied Bot“ soll
nachhaltig verbessert werden. Diese Anpassung, die eine hohe Qualität der Behandlung gewährleisten soll, wird allerdings eine Vorlaufzeit
von einigen Monaten brauchen.
Nach meiner Rückkehr habe ich die Situation mit den Freunden besprochen und wir sind gemeinsam zu dem Schluss gekommen, dass wir dem
Führungsteam im CNAOM genügen Zeit lassen wollen, um die neue Struktur der „Celluie Pied Bot“ zu etablieren. Aus diesem Grund haben wir
beschlossen unser geplante Reise im September abzusagen und auch die finanzielle Unterstützung ab August 08 einzufrieren bis die Bedingungen
zu einer intensiven Kooperation geschaffen sind. Im November 2008 soll Dr. Radler nach Mali fahren, um sich vor Ort über die Situation der
Klumpfussbehandlung nach Ponseti zu informieren. Davon werden die weiteren Entscheidungen über die Fortführung des Projektes abhängen.
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Bericht 03.11.-07.11.2008
Reisebericht Dr.Radler:
Diese Reise hatte als Ziel primär die Qualitätskontrolle, Nachschulung und Einschulung der 4 neuen Stagiers.
Es konnten viele Kinder nachuntersucht werden, wobei bei allen Kindern nach Gehbeginn die beim letzten Mal
vorgestellte ABCD Klassifikation durchgeführt wurde.
Die Gipsredression durch Dr. Kiré funktioniert einstweilen sehr gut und auch die neuen jungen Ärzte
stellen sich ausgesprochen geschickt an. Es werden im Verlauf der Untersuchung Fotos von allen Patienten
und die Dokumentation durchgeführt. Bei einigen Patienten wird eine pAST indiziert.
Leider zeigen sich nach wie vor strukturelle und organisatorische Schwächen.
Die Zuständigkeiten oder Budgetsituation und auch die Beschaffungswege für Material sind nach wie vor
unklar. Die Kommunikation zwischen CNAOM und der Regierung ist leider sehr schlecht und entsprechend ist
die Budgetsituation ungewiss.
Die Vereinbarungen zwischen Regierung, CNAOM und DfD sind noch nicht eindeutig schriftlich festgehalten.
Ein Treffen mit Handicap International zeigt, dass hier von DfD und HI sehr ähnliche Ziele angestrebt werden.
HI bekundet den Willen unser Projekt auch zukünftig zu unterstützen.
Die 4 neuen Stagiers (Jungärzte) bekommen leider weder von der Regierung noch von CNAOM ein Gehalt oder
Essen. Hier ist die Frage wie deren gute Arbeit und Motivation unter solchen Umständen aufrecht zu erhalten
ist.
Am Ende erfolgen das Austeilen der Zeugnisse bezüglich Fortbildung der 4 neuen Stagiers und ein sehr
herzlicher Abschied.
Fatimata Sangeré hat als Übersetzerin und Beraterin eine fantastische Arbeit geleistet. Durch ihre offene
Art und ihre große Erfahrung mit Entwicklungshilfe-Projekten hat sie alle (auch unsere jeweiligen
Gesprächpartner) sehr beeindruckt.
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