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Zusammenfassung zur Mission des Klumpfußprojekts aus den Berichten der Teilnehmer
02.08.-07.08.2010


TeilnehmerInnen: Tanja Kraus, Mamadou Kone

 

Nach Übergabe des Pilotprojektes an die lokalen Verantwortlichen (CANOM, Cellule Pied Bot) ist das Projekt stabil weitergelaufen und konnte sich auf Basisi der 4-jährigen Aufbauphase gut weiterentwickeln.

Die Klumpfußbehandlung in CNAOM hat sich von einem extern begonnen und hauptsächlich von Doctors for Disabled finanzierten Projekt zu einem Teil der Gesundheitsversorgung des Landes entwickelt.

Durch Supervision und Support Missionen die etwa zweimal jährlich durch Doctors for Disabled stattfinden kann die Qualität sichergestellt werden, und die Cellule Pied Bot beim Aufbau weiterer Behandlungszentren unterstützt werden.

Im Februar 2010 wurde mit der Ausbildung von 16 Personen aus sozialmedizinischen Berufen aus den Bezirken I, II, III, IV, V et VI in Bamako, sowie aus Kathi und Koulikoro.

Teil I: Mission Christof Radler im Februar 2010 (Grundlagen und erste intensive Unterweisung)

Teil II: Praktische Unterweisung durch Dr. Kiré und sein Team im Rotationsprinzip während der Monate Mai und April 2010

Teil III: Fortsetzung der praktischen Fortbildung durch Dr. Kiré und sein Team im Juli 2010 (Details siehe unten)

Teil IV: Mission Dr. Tanja Kraus (02.08. bis 07.08.2010) – Supervision und Fortsetzung der Fortbildung gemeinsam mit Dr. Kiré und seinem Team (Details siehe unten)

Seit Juli 2010 existiert ein neues Klumpfuß-Behandlungszentrum (im Gesundheitszentrum Soundiata in Bamako.

Die im Februar begonnene Sensibilisierungskampagne, die sowohl die Bevölkerung als auch das medizinische Personal auf die Behandelbarkeit dieser Missbildung aufmerksam machen soll, wurde fortgeführt. Es wurde in zwei Radiosendungen auf die Früherkennung und –behandlung hingewiesen. Weiters wurden T-Shirts mit dem Slogan „Bouter le pied-bot hors du Mali“ gedruckt und an gezielt verteilt.

Dr. Kiré hält seit Frühjahr 2010 Einführungs- und Informations-Vorträge über die Pathologie des Klumpfußes in einer Schule für Gesundheitsberufe (CFFSS) ab.
Auch in Kooperation mit Handicap International wird eine Sensibilisierung in Entbindungsstationen geplant.
Bei dieser Fort- und Weiterbildung wurden täglich etwa PatientInnen eingeladen, darunter auch eine Reihe von neuen Fällen. In den 5 Fortbildungstagen ca. 85 PatientInnen behandelt werden. Auch aus Mopti, Sikasso, Segou, Guinée Conakry und Cote D'Ivoire sind Eltern mit ihren Kindern zur Behandlung angereist.
Montag bis Donnerstag wurde im CNAOM gearbeitet, am Freitag im Gesundheitszentrum Soundiata.

Bei den Kontrollfällen konnten viele gute Erfolge beobachtet werden. Bei manchen Kindern zeigten sich Rezidive. In einigen Fällen wurde die notwendige Schienen nicht mehr verwendet, in anderen Fällen fehlten im CNAOM die Grundmaterialien für die Herstellung der Schuhe/Schienen. Dadurch wurden die Eltern nicht mit den notwendigen Hilfsmitteln versorgt.

Das Gesundheitszentrum Soundiata im Bezirk III von Bamako hat bereits begonnen hat, an einem Tag der Woche Kinder mit Klumpfuß zu behandeln. Die Leitung des Zentrums unterstützt die Klumpfuß Behandlung und stimmt die Aktivitäten mit Dr. Kiré ab.
Das Gesundheitszentrum Soundiata im Bezirk III in Bamako muss derzeit noch mit Behandlungsmaterialien und kontinuierliche Fortbildungen unterstützt werden. Die für die Klumpfußbehandlung notwendigen Materialien sind vorerst weder im Budget des Gesundheitszentrums noch im Budget des CNAOM vorgesehen.

Um in Bamako und in Kati und Koulikoro weitere lokale Behandlungszentrum realisieren zu können, muss die weitere Finanzierung, berücksichtigt werden.

Es wird versucht über die Regierung und über finanzielle Unterstützung von außerhalb eine Lösung zu finden.

Insgesamt zeigt sich ein guter Fortschritte im Projekt (Gipstechnik und Patientenbeurteilung betreffend). Die Dokumentation für ältere gehfähigen Kinder ist leider nach wie vor sehr lückenhaft.

Es müssen mehr Ärzte eingebunden werden um die notwendige Tenotomie zu ermöglichen.

Ein Kontakt zu Madamme Torè der Gattin des Präsidenten hat stattgefunden und eine Fortbildung für Mitarbeiter ihres Hospital du Luxembourg könnte organisiert werden.

Die organisatorische Vorarbeit muss noch verbessert werden. Mitarbeiter von Doctors for Disabled sollten ein detailiertes Programm über die geplanten Aktivitäten rechtzeitig vor Abreise erhalten.

Christof Radler
Projektleiter