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Projekt "Künstliche Hüftgelenke"

 

Die Ausgangssituation

Bosnien-Herzegowina weist eine hohe Rate an Menschen mit angeborener Hüftgelenksdysplasie auf. Diese ungenügende Ausbildung der Hüftgelenke kann durch entsprechende Behandlung der Säuglinge geheilt werden. Leider wurden diese Behandlungen seit Jahrzehnten nicht vorgenommen.

Die Folge: Viele Menschen, vor allem Frauen, leiden an extremen Schmerzen und werden schon in jungen Jahren geh- und arbeitsunfähig. 

 

So können wir helfen

Mit einem modernen künstlichen Hüftgelenk können diese Menschen wieder schmerzfrei werden und ein normales Leben führen. Der Selbstbehalt von ca. Euro 700,-- ist bei einem Durchschnittseinkommen von Euro 100,-- pro Monat für die meisten Patienten jedoch nicht finanzierbar.samira1

Austrian Doctors for Disabled finanziert für diese Behinderten in Armut die Kosten für eine moderne Prothese mit lebenslanger Haltbarkeit.

Ein wesentlicher Aspekt dieses Projektes ist die Schulung lokaler Fachärzte in Hüftimplantologie. Nach einer ca. 2-jährigen Schulungsphase können die Mediziner vor Ort selbst in komplizierten Fällen selbstständig operieren. Damit ist die Nachhaltigkeit des Projektes sichergestellt.

 

Details zum Projektmain1

Situation im Lande

Der grausame Krieg der “ethnischen Säuberung” zwischen Serben, Kroaten und den als Bosniaken bezeichneten bosnischen Moslems (1992-1995) wurde durch das Dayton-Abkommen vom Dezember 1995 beendet. Große Teile des Landes sind noch immer mit einer Million Landminen vermint, und daher landwirtschaftlich nicht nutzbar. Mehr als 10 Jahre nach Kriegsende beträgt die Wirtschaftsleistung erst 70% des Vorkriegsniveaus aus dem letzten Jahrtausend.

Die komplizierte Administration in einem mit nur geringen Kompetenzen ausgestatteten Gesamtstaat, zwei Teilstaaten, 10 Kantonen und 140 Gemeinden verschlingt nahezu zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes.

Logische Folge dieses massiven Finanzaufkommens zur Erhaltung der teuren staatlichen Strukturen ist ein allgemeiner akuter Geldmangel, und beinahe keine Mittel für soziale Dienstleistungen.samira2

Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unter oder nur knapp über der Armutsgrenze. Eine 40%ige Arbeitslosigkeit und extrem niedrige Einkommen schützen sogar jene, die Arbeit haben, nicht vor Armut! 

Besonders betroffen sind Alleinerzieherinnen, Alte und Behinderte, die sogenannte „most vulnerable group". Einer dieser Gruppen, nämlich Menschen mit schwerer Behinderung durch Hüftgelenksdegeneration, hilft unser Projekt „Schmerzfrei mobil“.

 

Künstliche Hüftgelenke als Wirtschaftsfaktor:

Ein Großteil der betroffenen Menschen mit Hüftgelenksdysplasien kann die für die Operation erforderliche Summer nicht aufbringen, und hat daher keine Möglichkeit, vollständig geheiltmain1 zu werden, was nach medizinischen Gesichtspunkten selbst in schwierigen Fällen möglich ist.

Dies ist nicht nur äußerst inhuman, sondern auch sozialpolitisch unklug. Durch einen einmaligen Kostenbeitrag wird die Lebensqualität des Betroffenen entscheidend verbessert und die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt. Aus einem schwer Behinderten wird wieder ein "normaler Mensch", der in den Arbeitsprozess voll integriert werden kann, und dadurch zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beiträgt. Durch unser Projekt wird das ermöglicht.

 

Projektbeschreibung:

In der Ambulanz der Orthopädischen Universitätsklinik Sarajevo wird zunächst die Notwendigkeit eines künstlichen Gelenksersatzes festgestellt und der Patient informiert. Bei angegebener sozialer Notlage prüft das Sozialministerium die ökonomische Situation und "arme" Patienten werden in das Projekt aufgenommen.

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Die Operation und Rehabilitation erfolgt an der Orthopädischen Universitätsklinik. Die Kollegen haben durch langjährige Kooperation mit unserer NGO große Erfahrungen gewonnen. Die Ergebnisse der Operationen sind ausgezeichnet.

Austrian Doctors for Disabled kümmert sich um Sponsorgelder und übernimmt den von der öffentlichen Hand nicht bezahlten Anteil der Prothesenkosten.
Seit März 2003 wurden 76 soziale Hüftendoprothesen implantiert. Bei einer bis zu eineinhalbjährigen Nachbeobachtungszeit sind die Resultate ausgezeichnet.
Es ist geplant, das Projekt auch auf andere Schwerpunktkrankenhäuser in Bosnien-Herzegowina auszudehnen.

   
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